Astragalus membranaceus (Huang Qi): Mongolischer Tragant in der TCM-Tradition

Astragalus membranaceus, in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde bekannt als Huang Qi (黄芪), gehört zu den am häufigsten verwendeten Kräutern der TCM. Die getrocknete Wurzel des mongolischen Tragants wird seit über zweitausend Jahren in den klassischen Texten beschrieben und nimmt in der TCM-Tradition einen festen Platz unter den tonisierenden Kräutern ein.

Der chinesische Name Huang Qi setzt sich aus den Schriftzeichen für "gelb" und "Anführer" zusammen und verweist auf die gelbliche Färbung der Wurzel sowie auf ihre traditionell hohe Wertschätzung. Aura Nutrition verwendet Huang Qi in mehreren klassischen Tablettenrezepturen, inspiriert von der traditionellen chinesischen Kräuterkunde.

Die Namen einer Pflanze

  • Botanischer Name (Latein): Astragalus membranaceus (auch Astragalus mongholicus)
  • Pinyin (TCM): Huang Qi (黄芪)
  • Deutsche Bezeichnung: Mongolischer Tragant, Tragantwurzel, Astragaluswurzel
  • Pharmazeutische Bezeichnung: Radix Astragali
  • Pflanzenfamilie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler)

Mongolischer Tragant und seine Verwandten

Die Gattung Astragalus umfasst weltweit über zweitausend Arten, die in der TCM jedoch klar voneinander unterschieden werden. Als Huang Qi gelten in der klassischen Tradition ausschließlich zwei eng verwandte Arten, deren Wurzel die in den klassischen Texten beschriebenen Eigenschaften aufweist.

  • Astragalus membranaceus: die in der TCM am häufigsten verwendete Art, weit verbreitet in Nordchina und der Mongolei.
  • Astragalus membranaceus var. mongholicus: die mongolische Varietät, häufig auch als eigene Art Astragalus mongholicus geführt. Sie wird in der TCM gleichwertig verwendet.

Nicht zu verwechseln ist Huang Qi mit den europäischen Astragalus-Arten wie dem echten Tragant (Astragalus gummifer), aus dessen Stängelharz das in der Lebensmittelindustrie verwendete Verdickungsmittel Tragant gewonnen wird. Diese Pflanzen werden in der TCM nicht eingesetzt.

Die Pflanze

Astragalus membranaceus ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist in den gemäßigten Regionen Nordchinas, der Mongolei sowie Teilen Koreas und Russlands beheimatet. Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 50 bis 100 Zentimetern und bildet die für Hülsenfrüchtler typischen unpaarig gefiederten Blätter mit zahlreichen kleinen Fiederblättchen aus. Im Sommer erscheinen blassgelbe Schmetterlingsblüten in lockeren Trauben, aus denen sich später kleine Hülsenfrüchte entwickeln.

Verwendet wird die lange, walzenförmige Pfahlwurzel der Pflanze, die im Inneren eine charakteristisch gelbe Färbung aufweist. Eine Astragaluspflanze benötigt in der Regel vier bis fünf Jahre Wachstumszeit, bis die Wurzel die für die klassische Verwendung erforderliche Größe und Reife erreicht hat. Sie gedeiht am besten auf trockenen, sandigen Böden in höheren Lagen und übersteht dort lange Winter und kurze, trockene Sommer.

Huang Qi in der TCM-Tradition

In der TCM-Tradition wird Huang Qi den tonisierenden Kräutern zugeordnet und der Kategorie der das Qi tonisierenden Kräuter (bu qi) zugerechnet. Die klassischen Quellen ordnen ihm den Milz und Lungenmeridian zu und beschreiben den Geschmack als süß, das Temperaturverhalten als leicht erwärmend.

In den klassischen Texten wird Huang Qi häufig in einem Atemzug mit Ren Shen genannt, mit dem es viele Anwendungsgebiete teilt. Während Ren Shen in der Tradition mit dem zentralen Qi der Mitte in Verbindung gebracht wird, ordnet die klassische Lehre Huang Qi insbesondere dem äußeren Qi und der Stabilisierung der Oberfläche (gu biao) zu. Bereits im Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie wird Huang Qi der höchsten Klasse der Kräuter (shang pin) zugeordnet. Li Shizhen widmet ihm im Bencao Gangmu aus der Ming-Dynastie einen ausführlichen Eintrag und beschreibt es als eines der zentralen Kräuter der chinesischen Kräuterkunde.

In zahlreichen klassischen Rezepturen erscheint Huang Qi als Kaiserkraut (jun yao), das den therapeutischen Schwerpunkt der Rezeptur bestimmt. In Dang Gui Bu Xue Tang etwa steht Huang Qi im Verhältnis von fünf zu eins zum namensgebenden Dang Gui und gibt der Rezeptur ihren Charakter.

Das Dao-Di-Prinzip bei Huang Qi

In der TCM-Tradition gilt der geografische Ursprung eines Krautes als wesentliches Qualitätsmerkmal. Dieses Prinzip wird als Dao Di bezeichnet. Für Huang Qi gilt die Provinz Gansu im Nordwesten Chinas, insbesondere die Region Longxi, seit Jahrhunderten als das klassische Anbaugebiet. Auch die Innere Mongolei und die Provinz Shanxi sind traditionell anerkannte Herkunftsregionen. Die kühl-trockenen, sandigen Hochlagen dieser Gebiete entsprechen den klassischen Vorstellungen vom optimalen Standort für Tragantwurzel.

Aura Nutrition orientiert sich beim Einkauf an diesem Prinzip und bezieht das Huang Qi für seine Rezepturen aus traditionell anerkannten Anbaugebieten. Die Verarbeitung erfolgt anschließend nach GMP Standards im Konzentrationsverhältnis 5:1.

Klassische Rezepturen mit Huang Qi

Huang Qi ist Bestandteil zahlreicher klassischer Rezepturen der TCM. Im Sortiment von Aura Nutrition findet sich mongolischer Tragant unter anderem in folgenden Produkten:

  • Dang Gui Bu Xue Tang: die klassische Zwei-Kräuter-Rezeptur aus Huang Qi und Dang Gui im traditionellen Verhältnis von fünf zu eins. In dieser Rezeptur ist Huang Qi mit großem Abstand das mengenmäßig führende Kraut.
  • Yu Ping Feng San: die Rezeptur des "Jadewindschirms", eine der bekanntesten klassischen Rezepturen, in der Huang Qi gemeinsam mit Bai Zhu und Fang Feng als Kaiserkraut die Stabilisierung des Äußeren in der TCM-Tradition trägt.
  • Bu Zhong Yi Qi Wan: die klassische Rezeptur zum Anheben des Qi der Mitte, in der Huang Qi mit der höchsten Einzeldosierung das tragende Kraut bildet.
  • Shi Quan Da Bu Tang: die Rezeptur der zehn vollständigen Tonika, eine Erweiterung der Acht-Schätze-Rezeptur Ba Zhen Tang um Huang Qi und Rou Gui.
  • Gui Pi Tang: die Rezeptur "zur Rückkehr zur Milz", in der Huang Qi gemeinsam mit Bai Zhu und Long Yan Rou die das Qi tonisierende Wirkungsgruppe bildet.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte von Huang Qi erfolgt traditionell im Herbst, wenn die Pflanze ihr viertes bis fünftes Wachstumsjahr erreicht hat. Eine vorzeitige Ernte würde nach klassischer Auffassung eine Wurzel ohne die volle Reife liefern. Die ausgegrabenen Wurzeln werden anschließend gereinigt, in der Sonne getrocknet und in dünne, längliche Scheiben geschnitten, die in der traditionellen Apotheke unter dem Namen Huang Qi Pian (Astragalus-Scheiben) bekannt sind.

Eine klassische Sonderform ist Mi Zhi Huang Qi, also mit Honig geröstete Tragantwurzel. Dabei werden die getrockneten Scheiben in einer Pfanne unter Zugabe von Honig leicht angeröstet. In der TCM-Tradition wird dieser verarbeiteten Form eine etwas wärmere und stärker tonisierende Eigenschaft zugeordnet. Bei Aura Nutrition wird Huang Qi in einem modernen, GMP zertifizierten Verfahren weiterverarbeitet. Aus rund 180 g Rohkraut entsteht ein konzentrierter Auszug, der in Tablettenform abgefüllt wird. Das Konzentrationsverhältnis liegt bei 5:1, sodass jede Flasche etwa 36 g Konzentrat enthält.

Mehr über die Traditionelle Chinesische Medizin

Weiterführende Hintergrundinformationen zur traditionellen chinesischen Kräuterkunde finden Sie in unserem Wissensbereich:

Aura Nutrition Produkte mit Huang Qi

Wichtige Hinweise

Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Huang Qi in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.

Eine qualifizierte TCM-Therapeutin oder einen TCM-Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie über die Therapeutensuche der AGTCM.