Atractylodes macrocephala (Bai Zhu): Die Weiße Atractylodes in der TCM-Tradition

Atractylodes macrocephala, in der chinesischen Kräuterkunde als Bai Zhu bekannt, gehört zu den am häufigsten verwendeten Pflanzen der gesamten Traditionellen Chinesischen Medizin. Ihre Wurzelform, das Rhizom, ist seit über zweitausend Jahren fester Bestandteil klassischer chinesischer Rezepturen und nimmt eine zentrale Rolle in der Tradition ein.

Diese Seite gibt einen Überblick über Atractylodes macrocephala: ihre Namen, ihre Herkunft, die traditionelle Einordnung in der TCM und ihren Platz in klassischen Rezepturen.

Die Namen einer Pflanze

Wie bei vielen Pflanzen der traditionellen Kräuterkunde begegnet Atractylodes macrocephala in der Literatur unter mehreren Namen.

Atractylodes macrocephala ist die botanische Bezeichnung. Sie wird in wissenschaftlichen Texten und in der pharmazeutischen Literatur verwendet.

Bai Zhu (白术) ist der chinesische Name, der in der TCM-Tradition gebräuchlich ist. Wörtlich übersetzt bedeutet er "weißes Zhu", wobei das Wort Zhu für die Gattung Atractylodes steht.

Weiße Atractylodes ist der gebräuchliche deutsche Name. Im Gegensatz zur grauen oder schwarzen Verwandten (Cang Zhu) zeichnet sich Bai Zhu durch ihr helleres Rhizom aus.

Rhizoma Atractylodis Macrocephalae ist die lateinische pharmazeutische Bezeichnung für das in der Rezeptur verwendete Rhizom.

Bai Zhu und Cang Zhu: zwei verwandte Pflanzen

In der chinesischen Kräuterkunde gibt es eine wichtige Unterscheidung zwischen Bai Zhu (weiße Atractylodes, Atractylodes macrocephala) und Cang Zhu (graue oder schwarze Atractylodes, Atractylodes lancea). Beide stammen botanisch aus der Gattung Atractylodes und werden in der TCM seit Jahrhunderten verwendet, in der Tradition aber unterschiedlich eingeordnet.

Der Unterschied liegt nicht nur in der Pflanzenart, sondern auch in der Farbe und Beschaffenheit des Rhizoms. Bai Zhu ist heller, kompakter und gilt in der klassischen Literatur als das mildere der beiden. Cang Zhu ist dunkler, aromatischer und wird in anderen Rezepturen verwendet.

Auf dieser Seite konzentrieren wir uns auf Bai Zhu, die weiße Form, die in den Aura Nutrition Rezepturen verwendet wird.

Die Pflanze

Atractylodes macrocephala ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), zu der auch viele in Europa bekannte Heilpflanzen wie die Schafgarbe oder das Gänseblümchen gehören. Sie wird etwa einen halben Meter hoch und entwickelt im Spätsommer kleine, lila-purpurne Blüten in körbchenförmigen Blütenständen.

Verwendet wird in der TCM-Tradition das getrocknete Rhizom, also der unterirdische Sprossteil der Pflanze. Es ist hellbraun bis cremefarben, fest, von charakteristisch süßlich-bitterem Geschmack und gehört zu den klassischen Bestandteilen der chinesischen Materia medica.

Atractylodes macrocephala bevorzugt gemäßigte Klimazonen mit feuchten, fruchtbaren Böden. Die traditionellen Anbaugebiete liegen in den östlichen und zentralen Provinzen Chinas.

Bai Zhu in der TCM-Tradition

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Bai Zhu zu jenen Kräutern gezählt, die in der Tradition als tonisierende Kräuter beschrieben werden. In der klassischen Kategorisierung gehört sie zur Gruppe der Pflanzen, die in der überlieferten Theorie das Qi der Milz stärken und Feuchtigkeit umwandeln.

Klassische TCM-Texte beschreiben Bai Zhu seit der Antike. Bereits im Shennong Bencao Jing, einem der ältesten überlieferten Texte der chinesischen Materia medica, wird das Rhizom erwähnt. Spätere Werke wie das Bencao Gangmu von Li Shizhen aus der Ming-Dynastie haben ihre Einordnung weiter verfeinert und ihren festen Platz in der chinesischen Kräuterkunde bestätigt.

Bai Zhu wird in der TCM-Tradition selten allein verwendet. Sie ist eine der häufigsten Zutaten zusammengesetzter Rezepturen, in denen sie mit anderen Kräutern kombiniert wird. Besonders charakteristisch ist ihre Kombination mit anderen tonisierenden Kräutern wie Fu Ling und Ren Shen, mit denen sie klassische Grundrezepturen bildet.

Das Dao-Di-Prinzip bei Atractylodes macrocephala

Atractylodes macrocephala ist ein klassisches Beispiel für das traditionelle Dao-Di-Prinzip der chinesischen Kräuterkunde. Nach diesem Prinzip hat jedes Kraut eine optimale Anbauregion, in der Boden, Klima und Umweltbedingungen ideal zur jeweiligen Pflanze passen.

Für Bai Zhu liegt die traditionelle Region in der Provinz Zhejiang im Osten Chinas, vor allem in der Gegend um Pan'an. Bai Zhu aus dieser Region wird in der chinesischen Tradition als Yu Zhu oder Pan An Bai Zhu bezeichnet und gilt als die klassische Variante.

Auch die Provinzen Hunan und Anhui pflegen seit Jahrhunderten den Anbau von Bai Zhu. Die hügelige Landschaft Ostchinas mit ihrem feuchten, gemäßigten Klima bildet die traditionelle Heimat dieser Pflanze.

Klassische Rezepturen mit Bai Zhu

Bai Zhu findet sich in zahlreichen klassischen Rezepturen der TCM. Einige der bekanntesten, die auch im Sortiment von Aura Nutrition vertreten sind:

  • Si Jun Zi Tang, die "Rezeptur der vier Edlen". Bai Zhu ist hier eine der vier zentralen Zutaten dieser klassischen tonisierenden Grundrezeptur.
  • Shen Ling Bai Zhu San, eine Rezeptur, die Bai Zhu direkt im Namen trägt. Eine erweiterte Form der vier Edlen mit zusätzlichen tonisierenden Zutaten.
  • Xiang Sha Liu Jun Zi Tang, die "Sechs Edlen mit Xiang Sha", eine weitere Variation der klassischen Grundrezeptur.
  • Xiao Yao San, die als "Freier und leichter Wanderer" bekannte harmonisierende Rezeptur, in der Bai Zhu eine der acht klassischen Zutaten ist.
  • Jia Wei Xiao Yao San, die erweiterte Form von Xiao Yao San.
  • Gui Pi Tang, eine klassische tonisierende Rezeptur.
  • Bu Zhong Yi Qi Wan, eine weitere tonisierende Rezeptur, in der Bai Zhu eine zentrale Rolle spielt.
  • Shi Quan Da Bu Tang, die "zehnfach große tonisierende Rezeptur".
  • Ba Zhen Yi Mu Tang, die "Acht Schätze" mit Yi Mu Cao.

Die häufige Verwendung in tonisierenden Rezepturen macht Bai Zhu zu einer der zentralen Pflanzen der chinesischen Kräuterkunde.

Ernte und Verarbeitung

In der traditionellen Praxis wird das Rhizom von Atractylodes macrocephala im Herbst geerntet, typischerweise im zweiten oder dritten Wachstumsjahr. Der Erntezeitpunkt ist in der chinesischen Kräuterkunde von Bedeutung, da Reifegrad und Inhaltsstoffe des Rhizoms davon abhängen.

Nach der Ernte wird das Rhizom gereinigt, von den oberirdischen Pflanzenteilen und Wurzeln getrennt und schonend getrocknet. In der klassischen TCM-Praxis kommen verschiedene Aufbereitungsformen zum Einsatz. Neben dem rohen Bai Zhu wird oft auch das in Klei geröstete Chao Bai Zhu verwendet, das in der Tradition als noch milder und stärker tonisierend beschrieben wird.

In der modernen Praxis erfolgt die weitere Verarbeitung in zertifizierten Anlagen, die den Anforderungen der Good Manufacturing Practice entsprechen. Auch die Kräuter im Sortiment von Aura Nutrition werden nach diesen Standards verarbeitet.

Mehr über die Traditionelle Chinesische Medizin

Eine ausführliche Einführung in die Grundlagen der TCM finden Sie auf unserer Seite Was ist TCM. Eine Übersicht der wichtigsten Begriffe der TCM bietet unser TCM Glossar. Weitere Pflanzen der chinesischen Kräuterkunde finden Sie im Kräuterlexikon.

Aura Nutrition Produkte mit Bai Zhu

Im Sortiment von Aura Nutrition finden Sie Bai Zhu als Bestandteil folgender klassischer Rezepturen:

Wichtige Hinweise

Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Atractylodes macrocephala in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.

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