Cuscuta chinensis (Tu Si Zi): Chinesische Kleeseide in der TCM-Tradition
Cuscuta chinensis, in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde bekannt als Tu Si Zi (菟丝子), gehört zu den klassischen die Leber und Niere tonisierenden Kräutern der TCM-Tradition. Die getrockneten Samen dieser ungewöhnlichen Schmarotzerpflanze werden seit über zweitausend Jahren in den klassischen Texten beschrieben und nehmen unter den tonisierenden und festigenden Kräutern eine eigenständige Stellung ein.
Der chinesische Name Tu Si Zi lässt sich mit "Hasenseide-Samen" übersetzen und verweist auf die feinen, seidenartigen Ranken der Pflanze. In der deutschen Pflanzenkunde sind die verwandten europäischen Arten unter den Namen Kleeseide oder Teufelszwirn bekannt und gelten als lästige Ackerschädlinge. In der TCM-Tradition hat der Samen der chinesischen Art jedoch eine klar definierte Rolle als Kraut. Aura Nutrition verwendet Tu Si Zi in klassischen Tablettenrezepturen, inspiriert von der traditionellen chinesischen Kräuterkunde.
Die Namen einer Pflanze
- Botanischer Name (Latein): Cuscuta chinensis (auch Cuscuta australis)
- Pinyin (TCM): Tu Si Zi (菟丝子)
- Deutsche Bezeichnung: Chinesische Kleeseide, chinesischer Teufelszwirn
- Pharmazeutische Bezeichnung: Semen Cuscutae
- Pflanzenfamilie: Convolvulaceae (Windengewächse)
Chinesische und europäische Kleeseide: Eine Klarstellung
Die Gattung Cuscuta umfasst weltweit über zweihundert Arten parasitärer Pflanzen. Im deutschen Sprachraum sind vor allem die europäischen Arten wie die Große Kleeseide (Cuscuta europaea) und die Quendelseide (Cuscuta epithymum) bekannt, die als Schädlinge auf landwirtschaftlichen Nutzflächen gefürchtet sind. In der TCM-Tradition wird ausschließlich die chinesische Art verwendet:
- Tu Si Zi (Cuscuta chinensis): die chinesische Kleeseide, in Ostasien heimisch. Verwendet werden die getrockneten, reifen Samen. In der TCM den tonisierenden und festigenden Kräutern zugeordnet.
- Europäische Cuscuta-Arten: in der europäischen Pflanzenkunde mit einer eigenen Geschichte verbunden, in der TCM-Tradition jedoch nicht verwendet.
Wenn in den Rezepturen von Aura Nutrition Tu Si Zi erscheint, bezeichnet das ausschließlich die getrockneten Samen von Cuscuta chinensis.
Die Pflanze
Cuscuta chinensis ist eine einjährige, blattlose Schmarotzerpflanze (Holoparasit) aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Sie gehört zu den botanisch ungewöhnlichsten Pflanzen der TCM: sie besitzt kein eigenes Chlorophyll, keine funktionsfähigen Wurzeln und keine echten Blätter. Stattdessen bildet sie dünne, fadenförmige, gelbliche bis orangefarbene Ranken aus, die sich um Wirtspflanzen winden und mit spezialisierten Saugorganen (Haustorien) in deren Leitgewebe eindringen, um Wasser und Nährstoffe zu entnehmen.
Im Spätsommer erscheinen an den Ranken kleine, knäuelförmige Blütengruppen mit winzigen, weißen Blüten. Aus diesen entwickeln sich kleine, kugelförmige Kapseln, die jeweils zwei bis vier winzige Samen enthalten. Die Samen sind etwa anderthalb Millimeter groß, rund bis leicht abgeflacht und von einer harten, glatten, graubraunen Schale umgeben. Trotz der geringen Größe der einzelnen Samen werden sie in großen Mengen geerntet, da eine einzige Pflanze Tausende von Samen hervorbringen kann.
Tu Si Zi in der TCM-Tradition
In der TCM-Tradition wird Tu Si Zi den die Leber und Niere tonisierenden und den festigenden Kräutern zugeordnet. Die klassischen Quellen ordnen es dem Leber, Nieren und Milzmeridian zu und beschreiben den Geschmack als akrid und süß, das Temperaturverhalten als neutral.
Bereits im Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie wird Tu Si Zi der höchsten Klasse der Kräuter (shang pin) zugeordnet. Li Shizhen widmet Tu Si Zi im Bencao Gangmu einen ausführlichen Eintrag und beschreibt es als eines der zentralen Kräuter zur Stärkung von Leber und Niere in der klassischen Lehre. Eine Besonderheit von Tu Si Zi ist die in der klassischen Lehre beschriebene Milde: es wird als ein Kraut beschrieben, das tonisiert, ohne zu erwärmen, und festigt, ohne zu blockieren, was es in der Tradition zu einem vielseitig einsetzbaren Kraut macht.
In den klassischen Rezepturen erscheint Tu Si Zi häufig gemeinsam mit Gou Qi Zi (Gojibeere). Diese Paarung bildet in mehreren Rezepturen die tonisierende Kerngruppe, darunter in Wu Zi Yan Zong Wan, wo Tu Si Zi und Gou Qi Zi mit jeweils über 1.170 mg pro Tagesdosis die beiden mengenmäßig führenden Kräuter darstellen.
Das Dao-Di-Prinzip bei Tu Si Zi
In der TCM-Tradition gilt der geografische Ursprung eines Krautes als wesentliches Qualitätsmerkmal. Dieses Prinzip wird als Dao Di bezeichnet. Für Tu Si Zi gelten die Provinzen Jiangsu, Shandong und Hebei als traditionell anerkannte Anbaugebiete. Da die Pflanze als Parasit auf die Anwesenheit geeigneter Wirtspflanzen angewiesen ist, wird der Anbau in der Regel auf Feldern durchgeführt, auf denen Sojabohnen oder andere Leguminosen als Wirte dienen.
Aura Nutrition orientiert sich beim Einkauf an diesem Prinzip und bezieht Tu Si Zi für seine Rezepturen aus traditionell anerkannten Anbaugebieten. Die Verarbeitung erfolgt anschließend nach GMP Standards im Konzentrationsverhältnis 5:1.
Klassische Rezepturen mit Tu Si Zi
Tu Si Zi ist Bestandteil zahlreicher klassischer Rezepturen der TCM. Im Sortiment von Aura Nutrition finden sich Kleeseide-Samen unter anderem in folgenden Produkten:
- Wu Zi Yan Zong Wan: die "Rezeptur der fünf Samen zur Mehrung der Nachkommenschaft", in der Tu Si Zi gemeinsam mit Gou Qi Zi mit jeweils über 1.170 mg pro Tagesdosis die beiden mengenmäßig führenden Kräuter bildet.
- Qi Bao Mei Ran Dan: die "Pille der sieben Schätze für wunderschönes Haar", in der Tu Si Zi gemeinsam mit Gou Qi Zi und Du Zhong die tonisierende Kerngruppe der Formel bildet.
Ernte und Verarbeitung
Die Ernte von Tu Si Zi erfolgt traditionell im Herbst, wenn die Samen vollständig ausgereift sind und die Kapseln sich zu öffnen beginnen. Die Ranken mit den reifen Kapseln werden gesammelt, die Samen herausgedroschen und anschließend gereinigt und in der Sonne getrocknet. Die getrockneten Samen sind sehr klein, hart und von einer glatten, wasserabweisenden Schale umgeben.
Eine klassische Verarbeitungsform ist Jiu Tu Si Zi, also mit Reiswein vorbehandelte Kleeseide-Samen, bei der die Samen in Reiswein eingeweicht und anschließend gedämpft werden, bis sie aufquellen und eine weiche, klebrige Masse bilden. In der Tradition wird dieser verarbeiteten Form eine stärker tonisierende Eigenschaft zugeordnet. Eine weitere Variante ist Yan Tu Si Zi, mit Salzlösung behandelt, der in der klassischen Lehre eine stärker auf die Niere gerichtete Eigenschaft zugeordnet wird. Bei Aura Nutrition wird Tu Si Zi in einem modernen, GMP zertifizierten Verfahren weiterverarbeitet. Aus rund 180 g Rohkraut entsteht ein konzentrierter Auszug, der in Tablettenform abgefüllt wird. Das Konzentrationsverhältnis liegt bei 5:1, sodass jede Flasche etwa 36 g Konzentrat enthält.
Mehr über die Traditionelle Chinesische Medizin
Weiterführende Hintergrundinformationen zur traditionellen chinesischen Kräuterkunde finden Sie in unserem Wissensbereich:
Aura Nutrition Produkte mit Tu Si Zi
Wichtige Hinweise
Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.
Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Tu Si Zi in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.
Eine qualifizierte TCM-Therapeutin oder einen TCM-Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie über die Therapeutensuche der AGTCM.