Taxillus chinensis (Sang Ji Sheng): Chinesische Maulbeermistel in der TCM-Tradition

Taxillus chinensis, in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde bekannt als Sang Ji Sheng (桑寄生), gehört zu den klassischen Wind und Feuchtigkeit austreibenden Kräutern der TCM-Tradition mit einem besonderen Bezug zur Stärkung von Leber und Niere. Die getrockneten Zweige und Blätter dieser halbparasitischen Pflanze werden seit über zweitausend Jahren in den klassischen Texten beschrieben und geben gemeinsam mit Du Huo einer der berühmtesten Rezepturen der TCM ihren Namen: Du Huo Ji Sheng Tang, die "Rezeptur des unabhängig wirkenden Krauts und des Mistelzweigs".

Der chinesische Name Sang Ji Sheng setzt sich aus den Schriftzeichen für "Maulbeerbaum" (Sang), "Parasit" oder "Gast" (Ji) und "leben" (Sheng) zusammen und beschreibt die Lebensweise der Pflanze als Halbschmarotzer auf dem Maulbeerbaum. Aura Nutrition verwendet Sang Ji Sheng in klassischen Tablettenrezepturen, inspiriert von der traditionellen chinesischen Kräuterkunde.

Die Namen einer Pflanze

  • Botanischer Name (Latein): Taxillus chinensis (älter auch Loranthus parasiticus)
  • Pinyin (TCM): Sang Ji Sheng (桑寄生)
  • Deutsche Bezeichnung: Chinesische Maulbeermistel
  • Pharmazeutische Bezeichnung: Herba Taxilli (auch Ramulus Taxilli)
  • Pflanzenfamilie: Loranthaceae (Riemenblumengewächse)

Chinesische Maulbeermistel und europäische Mistel: Zwei verschiedene Pflanzen

Im deutschen Sprachraum ist die Mistel vor allem als die Europäische Weißbeerige Mistel (Viscum album) bekannt, die als Weihnachtsdekoration, in der anthroposophischen Medizin und als Symbol des Friedens tief in der europäischen Kultur verankert ist. Die in der TCM verwendete chinesische Maulbeermistel ist trotz des gemeinsamen Namens "Mistel" eine botanisch grundlegend andere Pflanze:

  • Sang Ji Sheng (Taxillus chinensis): die chinesische Maulbeermistel, aus der Familie der Riemenblumengewächse (Loranthaceae). Ein immergrüner Halbschmarotzer, der bevorzugt auf Maulbeerbäumen wächst. Verwendet werden die Zweige mit Blättern. In der TCM den Wind und Feuchtigkeit austreibenden und die Leber und Niere stärkenden Kräutern zugeordnet.
  • Europäische Mistel (Viscum album): die Weißbeerige Mistel, aus der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae). In der europäischen Tradition und in der anthroposophischen Medizin mit einer eigenständigen Verwendungsgeschichte. In der TCM nicht verwendet.

Die beiden Pflanzen teilen die halbparasitische Lebensweise auf Bäumen, gehören aber zu verschiedenen Pflanzenfamilien und unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild, ihrem Wirtsbaumspektrum und ihrem Inhaltsstoffprofil grundlegend.

Die Pflanze

Taxillus chinensis ist ein immergrüner, halbparasitischer Strauch aus der Familie der Riemenblumengewächse (Loranthaceae). Er wächst als Epiphyt auf den Ästen verschiedener Laubbäume und entnimmt ihnen über spezialisierte Saugorgane (Haustorien) Wasser und Mineralstoffe, betreibt aber mit seinen eigenen grünen Blättern Photosynthese. Die Pflanze bevorzugt als Wirtsbäume Maulbeerbäume (Morus alba), wächst aber auch auf anderen Laubbäumen wie Weiden, Eichen und Kampferbäumen.

Sang Ji Sheng bildet buschige, verzweigte Sträucher von etwa 30 bis 80 Zentimetern Länge, die von den Ästen des Wirtsbaums herabhängen. Die Blätter sind ledrig, oval und immergrün. Im Frühling erscheinen kleine, röhrenförmige, rötlich-orange Blüten, aus denen sich kleine, klebrige Beeren entwickeln, die von Vögeln verbreitet werden. In der klassischen Tradition wird Sang Ji Sheng, das auf Maulbeerbäumen gewachsen ist, als qualitativ besonders hochwertig angesehen.

Sang Ji Sheng in der TCM-Tradition

In der TCM-Tradition wird Sang Ji Sheng den Wind und Feuchtigkeit austreibenden Kräutern zugeordnet (qu feng shi yao), wobei ihm in der klassischen Lehre zugleich eine die Leber und Niere stärkende und die Sehnen und Knochen nährende Eigenschaft zugeschrieben wird. Die klassischen Quellen ordnen es dem Leber und Nierenmeridian zu und beschreiben den Geschmack als bitter und süß, das Temperaturverhalten als neutral.

Bereits im Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie wird Sang Ji Sheng der mittleren Klasse der Kräuter zugeordnet. Li Shizhen widmet Sang Ji Sheng im Bencao Gangmu einen ausführlichen Eintrag und betont, dass in der Tradition der Wirtsbaum die Qualität des Krauts beeinflusst: Sang Ji Sheng, das auf dem Maulbeerbaum (Sang) gewachsen ist, gilt als das hochwertigste, weil der Maulbeerbaum selbst in der TCM-Tradition eine besondere Stellung einnimmt.

In Du Huo Ji Sheng Tang bildet Sang Ji Sheng gemeinsam mit Du Huo den namensgebenden Kern der Rezeptur. Während Du Huo als Kaiserkraut die aktiv austreibende Richtung vorgibt, ergänzt Sang Ji Sheng die tonisierende und nährende Komponente. Gemeinsam bilden die beiden in der Tradition eine Einheit aus Austreibung und Stärkung, die das Prinzip dieser Fünfzehn-Kräuter-Formel definiert.

Das Dao-Di-Prinzip bei Sang Ji Sheng

In der TCM-Tradition gilt der geografische Ursprung eines Krautes als wesentliches Qualitätsmerkmal. Dieses Prinzip wird als Dao Di bezeichnet. Für Sang Ji Sheng gelten die Provinzen Guangxi, Guangdong und Yunnan als traditionell anerkannte Sammelgebiete. Das feuchte, warme, subtropische Klima dieser Regionen begünstigt sowohl das Wachstum der Wirtsbäume als auch das des Halbschmarotzers.

Aura Nutrition orientiert sich beim Einkauf an diesem Prinzip und bezieht Sang Ji Sheng für seine Rezepturen aus traditionell anerkannten Anbaugebieten. Die Verarbeitung erfolgt anschließend nach GMP Standards im Konzentrationsverhältnis 5:1.

Klassische Rezepturen mit Sang Ji Sheng

Sang Ji Sheng ist Bestandteil zahlreicher klassischer Rezepturen der TCM. Im Sortiment von Aura Nutrition findet sich die Chinesische Maulbeermistel in folgendem Produkt:

  • Du Huo Ji Sheng Tang: die namensgebende "Rezeptur des unabhängig wirkenden Krauts und des Mistelzweigs" aus dem Bei Ji Qian Jin Yao Fang von Sun Simiao, in der Sang Ji Sheng gemeinsam mit Du Huo den namensgebenden Kern bildet und die tonisierende, die Leber und Niere nährende Komponente der umfangreichen Fünfzehn-Kräuter-Formel trägt.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte von Sang Ji Sheng erfolgt traditionell im Winter oder Frühling, wenn der Wirtsbaum seine Blätter abgeworfen hat und die immergrünen Sang-Ji-Sheng-Büschel an den Ästen deutlich sichtbar werden. Die Zweige mit den anhängenden Blättern werden vom Wirtsbaum geschnitten, gereinigt und anschließend in der Sonne oder bei moderater Hitze getrocknet. Die getrockneten Stücke bestehen aus kurzen Zweigsegmenten mit ledrigen, bräunlich-grünen Blättern.

Bei Aura Nutrition wird Sang Ji Sheng in einem modernen, GMP zertifizierten Verfahren weiterverarbeitet. Aus rund 180 g Rohkraut entsteht ein konzentrierter Auszug, der in Tablettenform abgefüllt wird. Das Konzentrationsverhältnis liegt bei 5:1, sodass jede Flasche etwa 36 g Konzentrat enthält.

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Wichtige Hinweise

Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Sang Ji Sheng in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.

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