Zingiber officinale (Gan Jiang): Getrockneter Ingwer in der TCM-Tradition

Zingiber officinale, in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde bekannt als Gan Jiang (干姜), ist die getrocknete Form der Ingwerwurzel und gehört zu den klassischen das Innere wärmenden Kräutern der TCM-Tradition. Während frischer Ingwer als Sheng Jiang ein eigenes Kraut darstellt, entsteht Gan Jiang erst durch vollständige Trocknung desselben Rhizoms und wird in der Tradition einer anderen Kategorie zugeordnet.

Der chinesische Name Gan Jiang setzt sich aus den Schriftzeichen für "trocken" und "Ingwer" zusammen und grenzt die getrocknete Form klar von der frischen ab. Aura Nutrition verwendet Gan Jiang in klassischen Tablettenrezepturen, inspiriert von der traditionellen chinesischen Kräuterkunde.

Die Namen einer Pflanze

  • Botanischer Name (Latein): Zingiber officinale
  • Pinyin (TCM): Gan Jiang (干姜)
  • Deutsche Bezeichnung: Getrockneter Ingwer, Trockeningwer
  • Pharmazeutische Bezeichnung: Rhizoma Zingiberis
  • Pflanzenfamilie: Zingiberaceae (Ingwergewächse)

Gan Jiang und Sheng Jiang: Zwei Kräuter aus einer Pflanze

In der TCM wird zwischen Sheng Jiang (生姜, frischer Ingwer) und Gan Jiang (干姜, getrockneter Ingwer) unterschieden. Beide stammen vom selben Rhizom des Zingiber officinale, gelten in der Tradition jedoch als eigenständige Kräuter mit deutlich unterschiedlichen Eigenschaften und werden verschiedenen Kategorien zugeordnet.

Sheng Jiang wird in der TCM-Tradition als leicht erwärmend und nach außen wirkend beschrieben und den das Äußere lösenden Kräutern zugeordnet. Gan Jiang gilt klassisch als deutlich wärmer, tiefer in den Körper hineinwirkend und wird den das Innere wärmenden Kräutern (wen li yao) zugerechnet. Diese Unterscheidung ist in der klassischen Lehre von großer Bedeutung: wo Sheng Jiang an der Oberfläche und in der Mitte harmonisiert, wirkt Gan Jiang in der Tradition tief nach innen und wärmt die Mitte von Grund auf.

Eine weitere traditionelle Verarbeitungsform ist Pao Jiang (炮姜, gerösteter Ingwer), bei der getrockneter Ingwer in einer heißen Pfanne ohne Zugabe von Flüssigkeit geröstet wird, bis er eine dunkelbraune bis schwarze Färbung annimmt. In der klassischen Lehre wird Pao Jiang eine noch stärker nach innen gerichtete und festigende Eigenschaft zugeordnet.

Die Pflanze

Zingiber officinale ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Sie stammt ursprünglich aus Süd und Südostasien und wird heute in vielen warmen, feuchten Regionen weltweit angebaut. Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa einem Meter und bildet aufrechte, schilfähnliche Stängel mit länglichen, lanzettlichen Blättern aus. Verwendet wird das knollig verzweigte Rhizom unter der Erde, das umgangssprachlich als Ingwerwurzel bezeichnet wird, botanisch jedoch ein unterirdischer Spross ist.

Für die Herstellung von Gan Jiang wird dasselbe Rhizom verwendet wie für Sheng Jiang. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Verarbeitung: wo Sheng Jiang frisch verwendet wird, wird das Rhizom für Gan Jiang vollständig getrocknet, bis es hart, faserig und im Inneren gelblich-weiß bis hellgrau wird. Durch die Trocknung verändert sich die Zusammensetzung der ätherischen Öle, was in der klassischen Lehre als Grundlage für die unterschiedlichen traditionellen Eigenschaften beider Formen gilt.

Gan Jiang in der TCM-Tradition

In der TCM-Tradition wird Gan Jiang den das Innere wärmenden Kräutern (wen li yao) zugeordnet. Die klassischen Quellen ordnen es dem Milz, Magen, Herz und Lungenmeridian zu und beschreiben den Geschmack als akrid (scharf), das Temperaturverhalten als heiß. Diese Einstufung als heiß unterscheidet Gan Jiang deutlich von Sheng Jiang, das lediglich als warm beschrieben wird.

Bereits im Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie wird Ingwer der höchsten Klasse der Kräuter (shang pin) zugeordnet, wobei die klare Unterscheidung zwischen frischer und getrockneter Form in den darauffolgenden Jahrhunderten weiterentwickelt wird. Zhang Zhongjing verwendete Gan Jiang im Shang Han Lun und im Jin Gui Yao Lüe in zahlreichen Grundrezepturen, in denen es durchgehend als tief wärmendes Kraut der Mitte erscheint. Li Shizhen widmet Ingwer im Bencao Gangmu einen besonders ausführlichen Eintrag und behandelt die frische und die getrocknete Form nebeneinander mit klar getrennten Eigenschaftsprofilen.

In den klassischen Rezepturen erscheint Gan Jiang häufig als Kaiserkraut oder als zentrale wärmende Komponente. In Li Zhong Wan, der "Rezeptur zur Regulierung der Mitte" aus dem Shang Han Lun, bildet Gan Jiang gemeinsam mit Ren Shen, Bai Zhu und Zhi Gan Cao die vier klassischen Bestandteile. Gan Jiang übernimmt dabei die Rolle des wärmenden Kerns der Rezeptur.

Das Dao-Di-Prinzip bei Gan Jiang

In der TCM-Tradition gilt der geografische Ursprung eines Krautes als wesentliches Qualitätsmerkmal. Dieses Prinzip wird als Dao Di bezeichnet. Für Ingwer werden in der klassischen Literatur Anbaugebiete im Süden und Osten Chinas geschätzt, insbesondere Regionen in den Provinzen Shandong und Sichuan, in denen die klimatischen Bedingungen den traditionellen Vorstellungen entsprechen. Für Gan Jiang wird traditionell ein reiferes, später geerntetes Rhizom bevorzugt, das sich besser zur vollständigen Trocknung eignet.

Aura Nutrition orientiert sich beim Einkauf an diesem Prinzip und bezieht den Ingwer für seine Rezepturen aus traditionell anerkannten Anbaugebieten. Die Verarbeitung erfolgt anschließend nach GMP Standards im Konzentrationsverhältnis 5:1.

Klassische Rezepturen mit Gan Jiang

Gan Jiang ist Bestandteil zahlreicher klassischer Rezepturen der TCM. Im Sortiment von Aura Nutrition findet sich getrockneter Ingwer unter anderem in folgendem Produkt:

  • Li Zhong Wan: die "Rezeptur zur Regulierung der Mitte" aus dem Shang Han Lun des Zhang Zhongjing, in der Gan Jiang gemeinsam mit Ren Shen, Bai Zhu und Zhi Gan Cao die vier klassischen Bestandteile bildet. Gan Jiang übernimmt in dieser Rezeptur die Rolle des wärmenden Kerns.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte des Ingwerrhizoms erfolgt traditionell im Spätherbst oder Winter, wenn die oberirdischen Blätter vollständig verwelkt sind und das Rhizom seinen höchsten Reifegrad erreicht hat. Für die Herstellung von Gan Jiang wird ein reiferes Rhizom bevorzugt als für Sheng Jiang. Nach der Ernte wird das Rhizom gereinigt, in Stücke geschnitten und anschließend vollständig an der Sonne oder bei moderater Hitze getrocknet, bis es hart und faserig geworden ist.

Die getrockneten Stücke werden vor der Verwendung in dünne Scheiben geschnitten, die im Querschnitt eine gelblich-weiße bis hellgraue Färbung zeigen. Für die Herstellung von Pao Jiang werden die getrockneten Scheiben zusätzlich in einer heißen Pfanne geröstet, bis sie eine dunkle Färbung annehmen. Bei Aura Nutrition wird Gan Jiang in einem modernen, GMP zertifizierten Verfahren weiterverarbeitet. Aus rund 180 g Rohkraut entsteht ein konzentrierter Auszug, der in Tablettenform abgefüllt wird. Das Konzentrationsverhältnis liegt bei 5:1, sodass jede Flasche etwa 36 g Konzentrat enthält.

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Wichtige Hinweise

Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Gan Jiang in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.

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