Ophiopogon japonicus (Mai Men Dong): Schlangenbart in der TCM-Tradition

Ophiopogon japonicus, in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde bekannt als Mai Men Dong (麦门冬), gehört zu den klassischen das Yin nährenden Kräutern der TCM-Tradition. Die getrockneten Wurzelknöllchen des Schlangenbarts werden seit über zweitausend Jahren in den klassischen Texten beschrieben und nehmen unter den befeuchtenden und das Yin tonisierenden Kräutern eine herausragende Stellung ein.

Der chinesische Name Mai Men Dong lässt sich wörtlich mit "Weizen-Tür-Winter" übersetzen, ein poetischer alter Name, der auf die grasartigen, an Winterweizen erinnernden Blätter der Pflanze und ihre Winterhärte verweist. Aura Nutrition verwendet Mai Men Dong in klassischen Tablettenrezepturen, inspiriert von der traditionellen chinesischen Kräuterkunde.

Die Namen einer Pflanze

  • Botanischer Name (Latein): Ophiopogon japonicus
  • Pinyin (TCM): Mai Men Dong (麦门冬), auch kurz Mai Dong (麦冬)
  • Deutsche Bezeichnung: Schlangenbart, Japanischer Schlangenbart, Zwergschlangenbart
  • Pharmazeutische Bezeichnung: Tuber Ophiopogonis (auch Radix Ophiopogonis)
  • Pflanzenfamilie: Asparagaceae (Spargelgewächse)

Zierpflanze und Heilpflanze: Der Schlangenbart in zwei Welten

Im deutschen Sprachraum ist Ophiopogon japonicus vor allem als pflegeleichter, immergrüner Bodendecker für schattige Gartenstandorte bekannt. Die grasähnlichen, dunkelgrünen Blattbüschel sind in der Gartengestaltung beliebt und werden im Handel häufig als "Schlangenbart" oder "Schwarzgras" geführt. In der TCM-Tradition spielt das Laub keine Rolle. Verwendet werden ausschließlich die kleinen, spindelförmigen Wurzelknöllchen, die sich an den Wurzelenden der Pflanze bilden.

Nicht zu verwechseln ist Mai Men Dong mit Tian Men Dong (天门冬, Asparagus cochinchinensis), einem verwandten, aber eigenständigen Kraut der TCM. Beide Namen klingen ähnlich und beide werden den das Yin nährenden Kräutern zugeordnet, botanisch sind es jedoch verschiedene Gattungen innerhalb der Spargelgewächse, und in den klassischen Rezepturen werden sie nicht als austauschbar betrachtet.

Die Pflanze

Ophiopogon japonicus ist eine ausdauernde, immergrüne, grasartige Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Sie ist in den feuchten, subtropischen Regionen Ost und Südostasiens beheimatet, insbesondere in China, Japan und Korea. Die Pflanze bildet dichte Büschel schmaler, dunkelgrüner, überhängender Blätter aus, die eine Länge von etwa 20 bis 40 Zentimetern erreichen und der Pflanze ihren deutschen Namen "Schlangenbart" verleihen.

Im Sommer erscheinen kurze Blütentrauben mit kleinen, blassvioletten bis weißen Blüten, aus denen sich später auffällig blauschwarze, erbsengroße Beeren entwickeln. Verwendet werden die Wurzelknöllchen, die sich an den fadenförmigen Wurzeln als kleine, spindelförmige Verdickungen bilden. Diese Knöllchen sind im frischen Zustand weißlich und halbtransparent, im getrockneten Zustand gelblich-weiß und leicht zäh. Die Pflanze wird in China in großem Maßstab als Feldfrucht kultiviert und nach zwei bis drei Wachstumsjahren geerntet.

Mai Men Dong in der TCM-Tradition

In der TCM-Tradition wird Mai Men Dong den das Yin nährenden und die Flüssigkeiten erzeugenden Kräutern zugeordnet (bu yin sheng jin). Die klassischen Quellen ordnen es dem Herz, Lungen und Magenmeridian zu und beschreiben den Geschmack als süß mit leicht bitterer Note, das Temperaturverhalten als leicht kühl.

Bereits im Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie wird Mai Men Dong der höchsten Klasse der Kräuter (shang pin) zugeordnet. Li Shizhen widmet Mai Men Dong im Bencao Gangmu einen ausführlichen Eintrag und beschreibt es als eines der zentralen Kräuter zur Nährung des Yin und zur Erzeugung von Flüssigkeiten in der klassischen Lehre.

In den klassischen Rezepturen erscheint Mai Men Dong häufig in Kombination mit Ren Shen. Die berühmteste dieser Kombinationen ist Sheng Mai San, die "Rezeptur zur Erzeugung des Pulses", eine Dreierkombination aus Ren Shen, Mai Men Dong und Wu Wei Zi. In dieser Rezeptur bildet Mai Men Dong mit über 1.200 mg pro Tagesdosis das mengenmäßig zweite Kraut nach Ren Shen und übernimmt in der klassischen Lehre die befeuchtende und Yin nährende Rolle.

Das Dao-Di-Prinzip bei Mai Men Dong

In der TCM-Tradition gilt der geografische Ursprung eines Krautes als wesentliches Qualitätsmerkmal. Dieses Prinzip wird als Dao Di bezeichnet. Für Mai Men Dong gilt die Provinz Sichuan, insbesondere die Region um Mianyang und Santai, seit Jahrhunderten als das klassische Anbaugebiet. Mai Men Dong aus dieser Region wird traditionell als Chuan Mai Dong bezeichnet und in der klassischen Literatur besonders geschätzt. Daneben ist die Provinz Zhejiang als weitere traditionell anerkannte Herkunftsregion bekannt, deren Ware als Hang Mai Dong bezeichnet wird.

Aura Nutrition orientiert sich beim Einkauf an diesem Prinzip und bezieht Mai Men Dong für seine Rezepturen aus traditionell anerkannten Anbaugebieten. Die Verarbeitung erfolgt anschließend nach GMP Standards im Konzentrationsverhältnis 5:1.

Klassische Rezepturen mit Mai Men Dong

Mai Men Dong ist Bestandteil zahlreicher klassischer Rezepturen der TCM. Im Sortiment von Aura Nutrition finden sich Schlangenbart-Knöllchen unter anderem in folgenden Produkten:

  • Sheng Mai San: die "Rezeptur zur Erzeugung des Pulses", eine Dreierkombination aus Ren Shen, Mai Men Dong und Wu Wei Zi, in der Mai Men Dong mit über 1.200 mg pro Tagesdosis das mengenmäßig zweite Kraut bildet und die befeuchtende Komponente der Rezeptur trägt.
  • Tian Wang Bu Xin Dan: die "Rezeptur des Himmelskaisers zur Tonisierung des Herzens", eine umfangreiche klassische Formel, in der Mai Men Dong gemeinsam mit Tian Men Dong und Sheng Di Huang die das Yin nährende Kerngruppe bildet.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte von Mai Men Dong erfolgt traditionell im Sommer, wenn die Pflanze ihr zweites bis drittes Wachstumsjahr erreicht hat. Die Pflanze wird ausgegraben, die fadenförmigen Wurzeln von den Knöllchen getrennt und die Knöllchen gereinigt. Anschließend werden sie wiederholt in der Sonne getrocknet und leicht gerollt, um die gleichmäßige Trocknung zu fördern. Dieser Vorgang aus Trocknen und Rollen wird über mehrere Tage wiederholt, bis die Knöllchen eine feste, zähe Beschaffenheit und eine gelblich-weiße Färbung angenommen haben.

In der klassischen Verarbeitung wird der kleine, holzige Kern im Inneren des Knöllchens vor der Verwendung entfernt. In der traditionellen Lehre wird dem Kern eine leicht andere Eigenschaft zugeordnet als dem äußeren Fruchtfleisch, weshalb das Entfernen des Kerns als wichtiger Verarbeitungsschritt gilt. Bei Aura Nutrition wird Mai Men Dong in einem modernen, GMP zertifizierten Verfahren weiterverarbeitet. Aus rund 180 g Rohkraut entsteht ein konzentrierter Auszug, der in Tablettenform abgefüllt wird. Das Konzentrationsverhältnis liegt bei 5:1, sodass jede Flasche etwa 36 g Konzentrat enthält.

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Wichtige Hinweise

Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Mai Men Dong in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.

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