Nelumbo nucifera (Bai Lian Zi): Lotossamen in der TCM-Tradition
Nelumbo nucifera, in der traditionellen chinesischen Kräuterkunde bekannt als Bai Lian Zi (白莲子), gehört zu den klassischen festigenden Kräutern der TCM. Der getrocknete Samen der Lotuspflanze wird seit über zweitausend Jahren in den klassischen Texten beschrieben und nimmt unter den festigenden und die Mitte stärkenden Kräutern eine herausragende Stellung ein.
Die Lotuspflanze ist in der chinesischen Kultur eines der bedeutendsten Symbole überhaupt. In der buddhistischen und konfuzianischen Tradition steht die Lotusblüte für Reinheit und Erhabenheit, weil sie aus dem Schlamm wächst und doch unberührt blüht. In der TCM-Tradition wird nicht die Blüte, sondern der Samen und weitere Pflanzenteile als eigenständige Kräuter verwendet. Aura Nutrition verwendet Bai Lian Zi in klassischen Tablettenrezepturen, inspiriert von der traditionellen chinesischen Kräuterkunde.
Die Namen einer Pflanze
- Botanischer Name (Latein): Nelumbo nucifera
- Pinyin (TCM): Bai Lian Zi (白莲子), auch Lian Zi (莲子)
- Deutsche Bezeichnung: Lotossamen, Lotussamen
- Pharmazeutische Bezeichnung: Semen Nelumbinis
- Pflanzenfamilie: Nelumbonaceae (Lotosgewächse)
Lian Zi, Lian Xu und Lian Xin: Drei Kräuter aus einer Lotuspflanze
In der TCM-Tradition werden von der Lotuspflanze mehrere verschiedene Pflanzenteile als eigenständige Kräuter mit jeweils eigener Klassifikation verwendet:
- Lian Zi / Bai Lian Zi (Semen Nelumbinis): der getrocknete Samen. In der TCM-Tradition den festigenden und die Milz und Niere stärkenden Kräutern zugeordnet. Das Kraut, das auf dieser Seite beschrieben wird.
- Lian Xu (Stamen Nelumbinis): die getrockneten Staubgefäße der Lotusblüte. In der TCM-Tradition den festigenden Kräutern zugeordnet, mit einer stärkeren adstringierenden Eigenschaft als Lian Zi. Lian Xu erscheint gemeinsam mit Bai Lian Zi in Jin Suo Gu Jing Wan.
- Lian Xin (Plumula Nelumbinis): das grüne Keimblättchen im Inneren des Lotossamens. In der TCM-Tradition den Hitze klärenden und den Geist beruhigenden Kräutern zugeordnet, also einer ganz anderen Kategorie als Lian Zi.
Darüber hinaus werden auch das Lotusblatt (He Ye), der Lotusrhizomknoten (Ou Jie) und die Lotusfruchtschale (Lian Fang) in der TCM als eigenständige Kräuter beschrieben. Wenn in den Rezepturen von Aura Nutrition Bai Lian Zi erscheint, bezeichnet das ausschließlich den getrockneten Samen von Nelumbo nucifera.
Lotus und Seerose: Eine wichtige botanische Klarstellung
Im Deutschen wird der Lotus häufig mit der Seerose verwechselt. Botanisch handelt es sich um zwei verschiedene Pflanzenfamilien. Nelumbo nucifera gehört zu den Lotosgewächsen (Nelumbonaceae) und hebt seine Blätter und Blüten hoch über die Wasseroberfläche. Die europäischen Seerosen (Nymphaea) hingegen gehören zu den Seerosengewächsen (Nymphaeaceae) und legen ihre Blätter flach auf das Wasser. In der TCM-Tradition wird ausschließlich Nelumbo nucifera verwendet.
Die Pflanze
Nelumbo nucifera ist eine ausdauernde, krautige Wasserpflanze aus der Familie der Lotosgewächse (Nelumbonaceae). Sie ist in weiten Teilen Asiens und Nordaustraliens heimisch und wird in China seit über dreitausend Jahren kultiviert. Die Pflanze wurzelt mit einem kräftigen Rhizom im schlammigen Grund stehender oder langsam fließender Gewässer und bildet große, kreisrunde Blätter aus, die auf langen Stielen hoch über die Wasseroberfläche ragen.
Die berühmten Lotusblüten erscheinen im Sommer und können einen Durchmesser von über zwanzig Zentimetern erreichen. Sie kommen in Weiß, Rosa und verschiedenen Rottönen vor. Nach dem Verblühen entwickelt sich der charakteristische kegelförmige Fruchtboden, in dessen Vertiefungen die einzelnen Samen heranreifen. Die reifen Samen sind eiförmig, etwa ein bis zwei Zentimeter groß und von einer harten, braunen Schale umgeben. Im Inneren liegt der weiße, stärkereiche Samenkern, der sowohl als Lebensmittel als auch in der TCM-Tradition Verwendung findet.
Bai Lian Zi in der TCM-Tradition
In der TCM-Tradition wird Bai Lian Zi den festigenden Kräutern (shou se yao) und den die Milz stärkenden Kräutern (bu pi) zugeordnet. Die klassischen Quellen ordnen ihm den Milz-, Nieren- und Herzmeridian zu und beschreiben den Geschmack als süß und mild adstringierend, das Temperaturverhalten als neutral.
Bereits im Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie wird der Lotossamen unter den klassischen Kräutern aufgeführt und der höchsten Klasse (shang pin) zugeordnet. Li Shizhen widmet Lian Zi im Bencao Gangmu einen ausführlichen Eintrag und beschreibt den Samen als eines der mildesten und verträglichsten festigenden Kräuter der gesamten TCM-Tradition. In der klassischen Lehre wird Bai Lian Zi als ein Kraut beschrieben, das gleichzeitig festigt und nährt, ohne zu stagnieren.
Wie Shan Yao gehört auch Bai Lian Zi zu den klassischen Vertretern der chinesischen Vorstellung von yao shi tong yuan, also "Medizin und Nahrung aus derselben Quelle". Lotossamen werden in der chinesischen Küche in Suppen, Süßspeisen und Reisgerichten verwendet und sind ein verbreitetes Alltagslebensmittel.
Das Dao-Di-Prinzip bei Bai Lian Zi
In der TCM-Tradition gilt der geografische Ursprung eines Krautes als wesentliches Qualitätsmerkmal. Dieses Prinzip wird als Dao Di bezeichnet. Für Bai Lian Zi gelten die Provinzen Hunan, Fujian und Jiangxi seit Jahrhunderten als die klassischen Anbaugebiete. Besonders geschätzt wird der Lotossamen aus der Region Xiangtan in Hunan, der traditionell als Xiang Lian bezeichnet wird.
Aura Nutrition orientiert sich beim Einkauf an diesem Prinzip und bezieht Bai Lian Zi für seine Rezepturen aus traditionell anerkannten Anbaugebieten. Die Verarbeitung erfolgt anschließend nach GMP Standards im Konzentrationsverhältnis 5:1.
Klassische Rezepturen mit Bai Lian Zi
Bai Lian Zi ist Bestandteil zahlreicher klassischer Rezepturen der TCM. Im Sortiment von Aura Nutrition findet sich der Lotossamen unter anderem in folgendem Produkt:
- Jin Suo Gu Jing Wan: die "Goldenes-Schloss-Rezeptur", in der Bai Lian Zi das Kaiserkraut ist und mit über 1.100 mg pro Tagesdosis das mengenmäßig mit großem Abstand führende Kraut bildet. In dieser Rezeptur erscheint der Lotossamen gemeinsam mit Lian Xu (Lotosstaubgefäßen), Wu Wei Zi, Sha Yuan Zi, Yi Zhi Ren und Fu Pen Zi — sechs festigende Samen- und Fruchtkräuter in einer kompakten Formel.
Ernte und Verarbeitung
Die Ernte von Lian Zi erfolgt traditionell im Spätsommer und Frühherbst, wenn die Fruchtstände auf den langen Stielen über dem Wasser stehen und die Samen im kegelförmigen Fruchtboden vollständig ausgereift sind. Die reifen Samen werden aus dem Fruchtboden gelöst, von der harten äußeren Schale befreit und anschließend getrocknet.
Für die Herstellung von Bai Lian Zi wird zusätzlich das grüne Keimblättchen (Lian Xin) im Inneren des Samens entfernt, da es in der TCM-Tradition als eigenständiges Kraut mit anderen Eigenschaften gilt. Der verbleibende weiße Samenkern wird in der Sonne oder bei moderater Wärme getrocknet, bis er eine feste, elfenbeinfarbene Beschaffenheit erreicht hat. Bei Aura Nutrition wird Bai Lian Zi in einem modernen, GMP zertifizierten Verfahren weiterverarbeitet. Aus rund 180 g Rohkraut entsteht ein konzentrierter Auszug, der in Tablettenform abgefüllt wird. Das Konzentrationsverhältnis liegt bei 5:1, sodass jede Flasche etwa 36 g Konzentrat enthält.
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Wichtige Hinweise
Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten sprechen Sie bitte vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.
Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über Bai Lian Zi in der TCM-Tradition. Sie enthält keine medizinischen Empfehlungen und ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Aura Nutrition Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel.
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